Was will dieses Journal?

Vermutlich will es tatsächlich „allen Forderungen des Daseins ins Auge […] sehen“, wie Walter Klier 1988 in der ZEIT schrieb (ZEIT Nr. 50/1988 9. Dezember 1988) – agil, aufmerksam, analogisch denkend und assoziativ – und das ganz ohne moralisch erhobenen Zeigefinger. Naja fast, ein bisschen Moral soll schon dabei sein, sonst wäre das Ganze beliebig, belanglos und trivial. Von „Verflachung“ spricht Charles Taylor, wenn er den (post-)modernen Drang nach Selbstverwirklichung ohne Bezug zu einem „signifikanten Bedeutungshorizont“ beschreibt, ohne den ein individuell sein, ein anders sein als andere keinen wirklichen Unterschied macht. Dies scheint mir heute mehr denn je zu gelten bei all der Selbstoptimierung und Selbstinszenierung in und durch die digitalen, angeblich sozialen Medien.

 

Also: Ins Auge sehen, sich ins Auge sehen lassen, Fragen stellen und sich Fragen stellen lassen und in Wahrnehmung ethischer Verantwortlichkeit nach Antworten suchen, nachdenken, reflektieren, sich kontemplativ versenken, in sich gehen – gerne auch bei Hörnchen (=Croissant) und Kaffee.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert