Fremd sind wir uns selbst.

Fremd sind wir uns selbst. Dieses Zitat von Paul Ricœur lässt gleich mehrere Saiten in mir anklingen. Einige tief gestimmte Saiten tönen in Melancholie, manch andere in Neugier auf die Welt. Eigentlich sollte man doch annehmen, man kennt sich selbst am besten. Andererseits weiß man um die eigenen blinden Flecken. Was darunter verborgen sein mag, Weiterlesen …

Ich und Du – Sich im Dialog begegnen

Vor einiger Zeit konntet ihr etwas darüber lesen, wie man sich in den Augen der anderen gespiegelt sehen und sich selbst zur Frage werden kann. Auch über ein Wiedererkennen, Selbsterkennen und Fremdheit im Anderen wurde hier schon ein Text geschrieben. In beiden Fällen ging es um eine reflektierende Auseinandersetzung oder auch Aus-Einander-Setzung, also um eine Weiterlesen …

Unter dem Blick deiner Augen…

Max Ernst, Historie naturelle, 1926 © VG Bild-Kunst, Bonn 2014   Unter dem Blick deiner Augen bin ich mir zur Frage geworden. Diese Aussage hat es mir angetan. Sie stammt von dem römischen Bischof und Kirchenlehrer Augustinus von Hippo, der auch Augustinus von Thagaste genannt wird und von 354 bis 480 gelebt hat. Nicht nur Weiterlesen …

Lebensgeschichtliche Erzählungen

Quelle: Fotocommunity; https://www.fotocommunity.de/photo/geschichtenerzaehler-christine-ellger/38397364   Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält. (Max Frisch, Mein Name sei Gantenbein. FFM 1965, S.45) Wir alle sind in Geschichten verstrickt, auch in die Geschichten anderer, wir verantworten vieles selbst, müssen aber auch Widerfahrnisse erdulden. Manches Mal geben wir Rechenschaft für Entscheidungen Weiterlesen …

In Erzählfiguren hineinschlüpfen

In meinen Seminaren bitte ich Studierende darum, sich mit besonderen Figuren zu identifizieren, so zu tun, als wären sie diese Figur und als steckten sie in deren Haut. Sie stellen sich vor, sie seien diese Charaktere, in deren Rolle sie in der Klasse und mit den Schüler*innen arbeiten. Die Figuren können aus Film, Literatur, Märchen Weiterlesen …

Schwierigkeiten benennen und auflösen

Mein Blick hält sich fest an dem weißen baumartigen Etwas, das umgeben ist von kahlen, verdorrten Bäumen und Sträuchern. Ich kann es nicht erkennen, will es nicht glauben, ein Baum und doch kein Baum, nicht stehend und doch auf einem Stamm – anscheinend? scheinbar?  – ruhend.* Das Bild löst Beklemmung und Unsicherheit aus. Wirft Fragen Weiterlesen …

Sehnsuchtsort Wald – Erinnerungen an den „Dornröschen-Weg“

Der Wald roch nach warmer Erde, Tannennadeln und trockenem Laub, raschelnd im Sommerwind. Er roch nach Fülle, nach verlässlichen Versprechen. Im Herbst würde er sein Blätterkleid abstreifen und seine wahre Baumform enthüllen im Winter, bis im Frühjahr die schlummernden Knospen zu schimmern beginnen, aus den Knospen die jungen zarten Blätter sprießen. Ja, dachte ich, das Weiterlesen …

Fremdheit im Bild

Heute habe ich mir mal wieder einen Tag im Museum gegönnt. Otto Mueller, expressionistischer Maler der Brücke-Gruppe. Sogar mit Führung, was ich selten ertrage, aber diesmal habe ich mich intuitiv dafür entschieden – und ich lag richtig. Habe viel gelernt und meine Gedanken wurden heftig angekurbelt. Kurz vorweg: Ausstellung, Kuration und Raumgestaltung, kritische Parallelausstellung, Führung Weiterlesen …

Die Uhr meines Vaters

Als Kind habe ich sie gehasst. Na ja, halt nicht gemocht. Sie hat mich genervt, sie und ihr penetrantes Gegonge, das einmalige Schlagen der halben Stunden und das Schlagen der vollen Stunden gemäß ihrer Zeitzahl. Es störte mich beim Lesen, beim Nachdenken, beim Fernsehen, beim Ausruhen, bei allem. Mein Vater hat das nicht verstanden und Weiterlesen …

Meer, Wind, Gischt, ich

Neben meiner Vorliebe für Kunst, die meine Intuition anspricht, Gefühle wachruft und Gedanken in Fluss bringt, ist es die Literatur, aus der ich mir Worte und Sätze leihe, um all das zum Ausdruck zu bringen, was ich selbst nicht in Worte zu fassen vermag. Gerade habe ich ein Buch, eine Art Reise- und Innensichterzählung, von Weiterlesen …