Staub, die Farbe gelb und andere Mäuse

Eigentlich wollte ich über Staub schreiben. Fiel mir neulich nachts so ein, als ich nicht schlafen konnte. Ich hatte plötzlich das Wort Staub im Kopf und dann verselbstständigten sich meine Gedanken und turnten durch das Wortfeld. Das fand ich ziemlich witzig, so mit dem Wort zu spielen und sich an verschiedenen Assoziationen entlangzuhangeln. Da ich logischerweise im Bett lag, kamen mir als erstes die Wollmäuse in den Sinn, die unter mir ihr Dasein fristen, wobei ich nie ganz verstanden habe, warum die Wollmäuse Wollmäuse heißen, denn sie sind ja nicht aus Wolle gemacht, nicht mal aus anderen Fäden, höchstens mischen sich ein paar Haare darunter, aber eigentlich ist es nur Staub, der sich zu Flocken zusammenfindet, die dann anscheinend zufällig wie Mäuse aussehen, aber sie heißen auch nicht Flockenmäuse und schon gar nicht Staubmäuse, das wäre denn doch zu einfach, obwohl ich vor Staub-und-Haare-Mäusen definitiv davon rennen würde, aber wirklich nur vor denen, denn so richtig echte Mäuse finde ich dann doch zu niedlich, wobei ich nicht weiß, wie ich reagieren würde, wenn sich eine echte Maus unter meinem Bett ein Mausebett aus Wollmäusen und dem ganzen anderen Staub, der da rumliegt, ohne bereits wie eine Maus auszusehen, bauen würde, und dann womöglich mit einem zufällig vorbeikommenden Mäuserich, der sich gerne mal mit jemand anderem unterhalten möchte, eine ganze Mäusefamilie gründen würde, das wäre mir dann doch zu viel und ich schwöre, ich könnte dann noch weniger schlafen bei dem ganzen Mäusetheater da unter meinem Bett. Über diese Vorstellung kam ich dann irgendwie auf das Bestäuben, was im Pflanzenreich angesiedelt ist, wenn auch eine ganze Menge von Insekten, Bienen und so, beteiligt ist, in jedem Fall hat das Bestäuben ja auch etwas mit Staub zu tun, und zwar in einer ziemlich viel schöneren Hinsicht als der unterm Bett, auch wenn in dem inzwischen Mäuse wohnen. Also Wollmäuse. Also das Bestäuben von Pflanzen durch Bienen und anderen Insekten ist in mehrfacher Hinsicht sehr viel schöner, denn erstens führt das in der Regel zu noch mehr Pflanzen und zu Früchten, die den Samen für noch mehr Pflanzen in sich tragen, dabei kommen dann übrigens auch Vögel ins Spiel, die ich schon immer sehr gerne möchte, liegt an meinen Eltern, glaube ich, die gehen mit dem Fernglas ins Bett – unter dem vielleicht auch Mäuse wohnen, aber auf den Gedanken bringe ich sie mal lieber nicht – und stehen morgens damit auf und zwischendurch schauen sie ständig in den Garten nach Vögeln, die in den Bäumen und Sträuchern rumsitzen oder in Schwärmen die Futterstellen umschwärmen. Es gab auch schon Hornissenschwärme im Garten meiner Eltern, in meinem, wirklich sehr kleinen Garten fliegen alle möglichen Insekten immer nur einzeln herum, außer wenn sie nach einem Paarungspartner suchen oder einer Partnerin, was bei Schmetterlingen schon mal vorkommen kann. Jetzt habe ich irgendwie den Faden verloren, aber ich wollte ja sowieso nicht über Fäden schreiben, auch nicht über Woll- oder Staubfäden, da habe ich sowieso längst vergessen, warum ich das mal vorhatte und was ich damit bezwecken wollte, wobei ja nicht immer alles einen Zweck braucht, die schönen Dinge meist sogar im Gegenteil sehr gut darauf verzichten können, und die Geschichte mit dem Sternenstaub lasse ich auch mal lieber weg, obwohl das ja sehr interessant ist und auch ein bisschen merkwürdig, denn angeblich bestehen wir ja komplett aus Sternenstaub, der mit dem Urknall oder so angefangen hat, sich zu Wollmäusen und Wollmenschen und überhaupt allen zusammenzuflocken, aber das ist doch wirklich nicht sehr überzeugend, denn gleichzeitig bestehen wir, also wir Menschen – bei den Mäusen und Bienen und so kann ich das nicht bestätigen – zu mindestens 80% aus Wasser, also zumindest, wenn man ausreichend trinkt, das ist auch wichtig, weil es ja sonst viel zu trocken und ins wäre bei all dem Staub, der so rumfliegt, aber wenn man sich das mal ausrechnet, würden wir 180%ige Menschen sein, also total overloaded mit Staub und Wasser und man stelle sich mal vor, was dabei für eine Sauerei rauskommen müsste. Weil ich aber weder über Staub noch über Wasser, und eigentlich nicht mal über Mäuse schreiben wollte, sondern über die Farbe Gelb, oder vielleicht auch gelb, wie schreibt man das eigentlich, egal, knüpfe ich jetzt lieber nochmal bei den Pflanzen an, die insbesondere im Frühling bevorzugt gelb sind (kleingeschrieben, ganz sicher!), das mögen die Bienen und all die anderen ganz besonders gern, die allerersten Blumen, die nach dem Winter ihre Köpfe aus der Erde strecken, die dann leider doch wieder aus ziemlich viel Staub besteht, vor allem, wenn sie trocken ist, sind übrigens Winterlinge, kleine gelbe Blümchen, die den ersten aufgewachten Insekten sehr fein schmecken, hingegen die Forsythie überhaupt nicht, die bildet nämlich keinen Nektar, den ich mir eigentlich immer eher flüssig vorgestellt habe und nicht blütenstaubig, aber das kann mir ja egal sein. Im Übrigen mag ich die Farbe gelb (oder Gelb) ÜBERHAUPT nicht und ich wollte keine gelben Pflanzen im Garten haben, auch keine Rosen, denn ich mag keine Dornen oder Stacheln, aber ich wollte die Bienen, die nebenbei bemerkt auch einen Stachel haben, aber der stört mich nicht, weil ich bei Bienen und Co. ja keine Beschneidungen…. ups, also Gartenpflege vornehmen muss, aber bei Rosen schon, und da hasse ich es, wenn es piekst und sticht, die Bienen hingegen oder auch Wespen, tun dies ja aus gutem Grund, jedenfalls denken sie das, sofern sie überhaupt denken, aber so eine doofe Rose hat dafür wirklich überhaupt keinen Grund, denn ich bin ja auch kein Schaf, das sie einfach nur essen will, was von der Rose tatsächlich aber eine sehr großherzige Geste wäre, sich fressen zu lassen, aber sich gartenpflegen zu lassen, damit sie umso besser und schöner wachsen kann, das könnte sie doch eigentlich durch Nichtstechen honorieren, finde ich. Meine Rosen sind übrigens keinesfalls gelb, und inzwischen habe ich auch eine Wildrose, für die sich die Insekten mehr begeistern können… KÖNNTEN, wenn sie denn mal blühen würde, tut sie aber nicht und also weiß ich auch nicht, welche Farbe sie hat. Jedenfalls mag ich kein gelb, obwohl der Garten voll davon ist und auch die Bienen ja ein klitzekleines bisschen gelb in sich tragen, Gelb zusammen mit etwas weiß und grün finde ich dann eigentlich ganz schön, das lässt sich besonders beim Frühstück gut kombinieren, und weil ich die Bienen mag, muss ich also notgedrungen gelbblühende und bestäubende Pflanzen haben, und überhaupt sieht das Ganze ja schon ganz schön doll nach Frühling aus, den ich nach dem doofen Winter wirklich sehr begrüße, obwohl ich eigentlich den Sommer lieber mag, vor allem, wenn ganz viel die Sonne scheint, die finde ich nämlich ganz großartig, da kann sie gelb sein, wie sie will, dafür mag ich dann sogar den Herbst. Ich bin im Herbst geboren worden, vielleicht bevorzuge ich deshalb eher orange und nicht gelb, das übrigens nicht nur mit Sonne assoziiert werden kann, sondern auch mit Luft, von sonnendurchschienener Luft, mit der ich wiederum sehr viel anfangen kann, denn die Luft steht auch für Gedanken und Ideen und Kreativität und so, und davon habe ich recht viel, leider, muss ich sagen, denn ich verzettel mich dadurch manchmal und bräuchte dann eigentlich wieder Erdung und Boden unter den Füßen, das hat mir auch ein Coaching verraten, dass ich mehr vom Prinzip Erde bräuchte, aber das führe ich jetzt nicht weiter aus, sonst kommt wieder viel zu viel Staub ins Spiel. Einmal war der Frühling leider gar nicht sonnig, sondern wochenlang mega verregnet, regnerisch heißt das, das habe ich in der Grundschule gelernt, da wollte der Lehrer das Adjektiv zu Regen wissen und obwohl ich immer alles wusste, wusste ich das diesmal nicht und das hat mich sehr vergrämt und der regnerische Frühling, der überhaupt keiner war, denn nichts blühte gelb, nichts wurde bestäubt und keine einzige Biene ließ sich blicken, nicht mal am Insektenhotel, das war vielleicht ausgebucht, hat mich auch sehr vergrämt und daher habe ich mir auch Trotz – ich muss übrigens auch unbedingt mal über Trotz schreiben, dazu hat gerade jemand ein Buch veröffentlicht, vorher natürlich geschrieben, aber das kann ich gerade nicht kaufen, nicht nur, weil ich in der Bücherkauffastenzeit bin, bis morgen noch, sondern weil mir irgend so ein Arschloch meinen Rucksack mit meinem Geldbeutel drin und einigen anderen Dingen gestohlen hat, also kann ich kein Buch kaufen – was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja, in diesem griesgrämigen adjektiv-regnerischen Frühling also habe ich aus Trotz mehrere Klamottenoberteile in quietschgelb gekauft, so quietschgelb, dass es fast schon wie Gift aussah, so wie Multi Sanostol, ein Kinder-Aufpäppel-Dings, zu dem eine Freundin meiner Tochter al gesagt hat, das sähe aus wie Gift und tatsächlich sah es aus wie Gift, man sagt ja auch giftgelb und wenn man neidisch ist, ist man auch gelb im Gesicht, das liegt dann an der Galle, die man zusammen mit dem Gift spuckt, und aus Trotz wollte sie, also die Freundin, es nicht einnehmen, das Gift, das ja eigentlich ein Aufpäppel-Dings war, und genauso sahen die gelben Klamotten aus, mit denen ich dem regnerischen Regen trotzen wollte und das ist mir auch ziemlich gut gelungen, ich war deutlich besser gelaunt, zumal ich dann irgendwann feststellte, dass es nachts überhaupt nicht geregnet hatte, immer nur tagsüber, was ja gemein ist, weil man nachts die Sonne (gelb) nicht sieht, daher ist bei Wetteronline auch immer ein Mondsymbol zu sehen, wenn es nachts mal nicht wolkig ist und auch nicht staubig, was ja manchmal passieren kann, wenn die Sahara sich in die Atmosphäre erhebt und gelb- oder orangekörnig zu uns rübermacht, dann sieht man die Sonne und die Luft tatsächlich nicht mehr so gut oder eben nur noch gelborange, aber was ich eigentlich sagen wollte ist, dass nachts, wenn es nicht wolkig und auch nicht staubig ist, die Sterne zu sehen sind und die sind ja auch irgendwie gelb, sogar die Planeten, die nicht gelb sind und auch keine Sterne, leuchten dann irgendwie beruhigend, wenn es wie gesagt, nicht staubig ist.

Ich mach jetzt mal Schluss, das ufert doch etwas aus.

Was jetzt allerdings ein bisschen zu kurz kam, waren die Mäuse. Dazu fällt mir neben den Mäusen auf der Terrasse, die dort sehr gerne bleiben dürfen, was wohl auch die Katze findet, die mich immer besuchen kommt und mir nebenbei, gutmütig, wie ich bin, die Haare vom Kopf frisst, im übertragenen Sinne natürlich nur, faktisch hinterlässt sie  mir sogar ganz viele Haare, jedenfalls findet sie die Mäuse auf der Terrasse wohl auch ganz niedlich, denn sie frisst sie überhaupt nicht, leider auch nicht die Ratte, die zwar als etwas großgeratene Maus auch ganz putzig ist, aber doch nicht ganz so willkommen, schon gar nicht in der Mehrzahl, und ich will ja auch keine Zweiklassengesellschaft aufmachen oder Rattenleben gegen Mäuseleben aufrechnen, zumal die Katze, die übrigens Möwe heißt, wirkliuch nicht hungern muss bei mir. Die Mäuse auch nicht und auch nicht die Ratte, denn die bedienen sich am Vogelfutter. Das staubig ist, aber nicht gelb.

Gerettete Maus

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