Geschichten über uns

Schiele neben dem Entwurf eines unausgeführten Freskos. Fotografie von Anton Josef Trcka, 1914.

In Geschichten, dir wir von und über uns erzählen, entdecken wir uns erinnernd wieder, lernen uns aber auch wiedererinnernd neu kennen und begegnen uns darin als jemand anderes aus gegenwärtiger Perspektive. Auch in fremden Geschichten, die von Freunden und Familie, die von uns nicht persönlich bekannten Schriftsteller*innen oder auch Filmenmacher*innen finden wir Teile unseres Selbst gespiegelt. Wir identifizieren uns mit den Figuren, die in den Geschichten handeln, finden uns in anderen Charakteren wieder – positiv, aber manchmal auch negativ. Dabei ist es unerheblich, ob die Geschichten wahr sind oder rein fiktiv, autobiographisch, autofiktional oder gar ganz fantastisch oder mystisch.

Durch Identifikation können wir einer anderen, vielleicht nicht verwirklichten Seite unserer selbst begegnen oder auch etwas ganz Neues kennenlernen. Über Erzählfiguren, in denen Vorbilder gesehenen werden können, kann man in eine andere Rolle schlüpfen und ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn man so handelt, als WÄRE man diese Figur, eine andere Person.

Wie erleben Sie sich:

  • Was bringen Sie biographisch mit und was ist neu für Sie?
  • Worin liegt für Sie eine Hürde, was stärkt Ihre Ressourcen?

In welchem Setting können Sie schwierige Eigenschaften konstruktiv nutzen, wo schlagen umgekehrt eigentlich positive Eigenschaften in ihre Schattenseiten um?

Es kann sehr erhellend sein, sich im Anderen selbst zu begegnen und dabei so ganz nebenbei, fast wie im Spiel, aber eingebettet in biographische Reflexionen, das eigene Potenzial und Handlungsrepertoire zu erweitern – und dabei Vertrautes bewahren zu können.

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